Ticks und Macken verstehen

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Wie ein Laut, der sich in den Alltag schleicht. Wie eine Melodie, die nur wir selbst hören. Unsere kleinen Eigenheiten, jene Ticks und Macken, sind wie Pinselstriche auf der Leinwand der Persönlichkeit. Sie flüstern von Unsicherheiten und Sehnsüchten, vom Wunsch nach Kontrolle oder Freiheit, und manchmal sind sie unser stilles Aufbegehren gegen das Ordentliche, Erwartete, Vorhersehbare.

Die stille Kraft der Eigenheiten

Viele Frauen kennen das: den Drang, noch einmal zu überprüfen, ob die Tür wirklich verschlossen ist, das wiederholte Ordnen der Dinge auf dem Schreibtisch, das nervöse Zupfen an den Haaren in stressigen Momenten. Kleine Rituale, leicht abgetan als Spleens, doch bedeuten sie oft mehr. Sie sind Versuch und Manifest der Kontrolle in einer Welt, die häufig so unkontrollierbar wirkt. Manchmal erscheinen sie uns störend, peinlich sogar. Dabei sind sie doch ein Teil von uns – und erinnern uns daran, dass niemand makellos ist.

Woher kommen Ticks und Macken?

Tiefsitzende Gewohnheiten und unerklärliche Handlungsimpulse wurzeln meist in der Kindheit. Sie können aus Angstmomenten oder wiederkehrenden Routinen entstanden sein. Vielleicht waren es Wege, sich zu beruhigen, mit Stress umzugehen, sich abzugrenzen oder einfach dazuzugehören. Ticks entwickeln sich subtil, nehmen oft über Jahre Gestalt an – und tauchen gerade in Zeiten innerer Unruhe hervor.

Die Akzeptanz der eigenen Eigenart

Können wir unsere Macken lieben – oder wenigstens annehmen? Wir sind geprägt von einem inneren Bestreben nach Perfektion, nach äußerer Beherrschtheit. Dabei verbirgt sich im scheinbar Schrulligen oft kreative Kraft. Wer den Mut findet, sich selbst in seiner Ganzheit anzunehmen, erkennt auch in den eigenen Schrullen einen Sinn. Sie sind Ausdruck von Intuition, Erfahrung, Anpassung. Nicht selten bilden sie Brücken zur Fantasie, öffnen den Blick für Individualität und Tiefe.

Vom Akzeptieren zum Kontrollieren

Natürlich gibt es Eigenheiten, die uns hemmen oder unser Miteinander erschweren. Entscheidender Schritt: beobachten, aufmerksam sein, nicht urteilen. Wann treten die Ticks auf? Was lösen sie aus? Und – können wir uns bewusst anders verhalten? Oft hilft ein Moment des Innehaltens. Anstelle des zwanghaften Kontrollierens der Türklinke einen tiefen Atemzug, ein kurzes Innehalten, ein freundliches Zunicken zu sich selbst.

Wenn die Macke zum Problem wird

In manchen Phasen können Eigenheiten ins Krankhafte kippen. Wenn sie den Alltag bestimmen, Beziehungen belasten, Ängste verstärken oder das Selbstbild verzerren, ist es ratsam, professionelle Hilfe zu suchen. Doch auch auf dem Weg der Selbstreflexion liegen Chancen: Gespräche mit vertrauten Menschen, das Aufschreiben der Sorgen oder die bewusste Auseinandersetzung in ruhigen Momenten können ermöglichen, einen neuen Umgang mit sich zu finden.

Kreative Nutzung der Eigenheiten

Nicht jede Macke will (oder muss) verschwinden. Bisweilen ist sie Katalysator für Schaffenskraft und Neugier. Wer seine Eigenarten mit spielerischer Leichtigkeit betrachtet, findet darin mitunter Energie für Neues, für Achtsamkeit, für kreative Inspiration. Die Schriftstellerin, die nur mit einem bestimmten Füller schreiben kann; die Künstlerin, die stets eine warme Tasse Tee beim Malen braucht – manchmal sind unsere Rituale Quell und Voraussetzung für authentischen Ausdruck.

Praktische Strategien: Annehmen, lenken, lösen

Was hilft, um die feine Linie zwischen akzeptierter Eigenheit und störendem Tick zu erkennen, und wie gelingt es, die eigene Haltung konstruktiv zu verändern?

  • Beobachten: Führen Sie ein kleines Tagebuch. Notieren Sie, wann Ticks auftreten. Gibt es Muster? Auslöser?
  • Atemübungen: Atmen Sie in angespannten Momenten bewusst tief ein und aus. Die Achtsamkeit für den Atem hilft, automatisierte Handlungen zu unterbrechen.
  • Gespräche suchen: Reden Sie offen mit vertrauten Menschen. Oft hilft es, die eigenen Schrullen auszusprechen, um das Schamgefühl zu verlieren.
  • Kreativ umdeuten: Fragen Sie sich, ob und wie Ihre Macken Sie im Alltag unterstützen können. Wo geben sie Ihnen Struktur, Schutz, kreative Freiheit?
  • Professionelle Hilfe: Wenn Sie merken, dass Eigenheiten Ihr Leben zu sehr bestimmen, scheuen Sie nicht, professionelle Unterstützung durch Therapeutinnen oder Coaches in Anspruch zu nehmen.

Balance zwischen Selbstakzeptanz und Veränderung

Unser Wunsch, uns selbst zu optimieren, gleicht oft einer nie endenden Reise. Doch auf dieser Reise sind es gerade unsere kleinen „Fehler“, die uns einzigartig machen. Wer lernt, liebevoll und neugierig mit sich selbst umzugehen, entdeckt, dass Macken das Salz der Persönlichkeit sind. Sie machen Gespräche lebendig, Begegnungen unverwechselbar, Erinnerungen vielschichtig.

Jede Frau trägt ein Kaleidoskop von Eigenarten in sich, kleine Muster, die sich je nach Licht und Lebensphase neu zusammensetzen. In der Akzeptanz dessen liegt Würde und Freiheit, die über oberflächliche Perfektion hinausgeht. Und manchmal, wenn wir lachen über unseren Kontrollzwang, staunen über unser Ordnungsritual oder Verspieltheit, erkennen wir: Das Leben ist zu kurz für den Versuch, all unsere Macken auszumerzen. Es wartet darauf, dass wir uns authentisch zeigen – mit allem, was wir sind.

   

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