
Es gibt Themen, über die spricht man nicht gern bei Kaffee und Kuchen mit der Schwiegermutter – feuchte Träume stehen ganz oben auf dieser Liste. Die meisten Menschen tun so, als hätten sie nie von ihnen gehört, dabei sind sie so verbreitet wie das Unwetter im deutschen Sommer. Naja, vielleicht nicht ganz so unangenehm.
Feuchte Träume: Hollywood für den Unterleib
Wer dachte, dass im Schlaf nur Schafe gezählt und Steuererklärungen verdrängt werden, hat weit gefehlt. Der Körper, dieser verwegen eigenständige Mitbewohner, veranstaltet nachts eine erotische Zaubernummer, ganz ohne Eintrittskarte. Feuchte Träume, oder wie der Mediziner so schön sagt, „nocturnale Emission“, sind im Grunde der Netflix-Marathon des Unterbewusstseins – nur eben mit Happy End. Und das Beste: Für dieses Vergnügen braucht es keinerlei Berührung. Multitasking in seiner lustvollsten Form.
Ein rein körperliches Qualitätsmerkmal
An dieser Stelle möchten sämtliche Alternativmediziner und Esoteriker eine Aura-Reinigung empfehlen, aber tatsächlich ist ein nächtlicher Samenerguss weder Zeichen einer möglichen Störung noch Ausdruck reinkarnierter Frustration aus einem früheren Leben. Ganz im Gegenteil: Es ist in etwa so, als hätte der Körper einen TÜV bestanden. Alles funktioniert. Kein Grund zur Sorge, sondern vielmehr Anlass, dem eigenen Hormonhaushalt zu applaudieren.
Der wahre Held: Das Gehirn im Standby-Modus
Jetzt stellen wir uns einmal das arme Gehirn vor, wie es nachts endlich Feierabend machen will – nur um dann in düsteren Traumlabyrinthen die wildesten Fantasien durchzuspielen und dem Körper zu signalisieren: „Lass mal laufen.“ Schlaf ist also keinesfalls Zeitverschwendung. Es ist aktive Fortbildung für das Liebesleben – und das völlig ohne Risiko auf peinliche Tinder-Matches am nächsten Morgen. Vielen Dank, liebes Unterbewusstsein, dass du uns sogar im Schlaf an unsere Grundbedürfnisse erinnerst.
Teenies und Erwachsene: Im Gleichschritt zur feuchten Matratze
Feuchte Träume sind nicht nur das exklusive Privileg von pubertierenden Möchtegern-Bad Boys mit Justin-Bieber-Poster an der Wand. Nein, auch Erwachsene erleben mitunter ihre nächtlichen Hochzeiten. Die Überraschung morgens im Bett ist dabei meist nur von kurzer Peinlichkeit – spätestens, wenn man feststellt, dass dies kein objektives Qualitätsurteil über das eigene Liebesleben ist. Wer hätte gedacht, dass der Körper seinen eigenen Kopf hat?
Katholische Scham vs. Wissenschaftliche Erkenntnis
Es ist ein Drama fast antiker Ausmaße: Während sich die Wissenschaft längst darüber einig ist, dass feuchte Träume ein Indiz für eine gesunde Funktion des Körpers sind, drängen Stimmen aus puritanischer Vorzeit auf Selbstgeißelung. Der berühmte stille Wasserfall am Morgen gilt immer noch in manchen Kreisen als Bekenntnis zur moralischen Degeneration. Die Realität? Ein Schmunzeln in Richtung Tabu und ein Augenzwinkern an die Biologie – das war’s.
Orgasmus zum Nulltarif
Die Sache mit dem Orgasmus im Schlaf ist übrigens auch ökologisch sinnvoll. Kein Stromverbrauch, null CO₂-Ausstoß, und die Wasserkosten? Nun ja… marginal erhöht. Wer hätte gedacht, dass der Körper sogar nachhaltig stöhnt? Vielleicht sind feuchte Träume die Antwort der Evolution auf steigende Energiepreise und die Langeweile des Lockdowns. Greta würde sich freuen.
Wer braucht schon Sex, wenn man schlafen kann?
Während andere Menschen Dating-Apps durchwischen oder sich in dubiosen Chatrooms herumtreiben, erledigt dein Körper das Geschäft einfach, während du selig schlummerst. Wer hier noch von Effizienzsteigerung im Leben träumt, hat irgendwie den ganz großen Trend verschlafen. Und mal im Ernst: Wann hat die Realität zuletzt gegen einen Traum gewonnen?
In einer Welt, in der Schlaf als das neue Yoga gepriesen wird, sollten wir uns vielleicht einfach zurücklehnen und dem nächtlichen Hormontheater applaudieren. Denn ganz gleich, wie chaotisch der Alltag oder wie trostlos das Liebesleben ist – zumindest im Schlaf bleibt uns die Magie des Orgasmus erhalten. Vielleicht ist das wahre Zeichen psychischer Gesundheit nicht die Fähigkeit, morgens um sieben zur Arbeit zu hetzen, sondern mit einem zufriedenen Grinsen aufzuwachen. Fürchte dich also nicht vor feuchten Träumen – begrüße sie als nächtlichen Wellness-Urlaub deines Körpers.
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